Im Programm zur Veranstaltung war zu lesen, dass es inzwischen schon die 6. Auflage dieses mittlerweile schon traditionell zu nennenden Musikereignisses in der Taborkirche in Kleinzschocher werden wird. Dieses Mal – am Freitag, 26. Juni – stand das Thema „SOMMER – SONNE – SINGEN“ im Fokus. Und an diese Veranstaltung 2026 werden sich Jahre später noch recht viele erinnern können. Getreu dem Thema heizte „Klärchen“ Mitteleuropa mit Temperaturen bis zu 40°C ein. Auch im Kirchenschiff las man zum Schluss am Thermometer 28°C ab.
Pünktlich, mit dem Läuten der Glocken um 18 Uhr, marschierten im Gänsemarsch die Mädels und Jungs des Ökumenischen Kinderchors unter der Leitung von Constanze Hirsch und Gabriele Lamotte durch den Mittelgang und formierten sich im Altarraum. Die Knirpse begeisterten zum Auftakt die Gäste. Mit dem Lied „Friede soll Wirklichkeit werden“ verabschiedeten sie sich nach einer Viertelstunde.
Pfarrerin Johanna Stein moderierte den musikalischen fünfstündigen Abend, der auch zwei Pausen beinhaltete. Sie begrüßte herzlich die Besucher, gab Hinweise zum Ablauf und Informationen zu den 14 auftretenden Chören.
Den Reigen der „Großen“ eröffnete der Theaterchor Leipzig unter Leitung von Matthias Queck. Neben vier englischsprachigen Liedern schlossen sie ihren Darbietungen mit „O du stille Zeit“. Ihm folgten die Sängerinnen und Sänger des Chors der Neuapostolischen Gemeinde Leipzig mit christlich geprägten Stücken unter Leitung von Martina Krämer. Als dritter Chor in diesem Block betraten die Mitglieder der Sophienkantorei den Altarraum und präsentierten Lieder u.a. von Théodore Dubois und Zoltán Kodály unter dem Dirigat von Sonja Lehmann.
Weitere drei Chöre bis zur ersten Pause kündigte die Moderatorin an. Zunächst jedoch waren für fünf Minuten auch die Besucher zum Mitsingen gefragt. Und das bekannte Lied „Geh aus, mein Herz“ kennen wohl die meisten. Danach rückte der Elternchor Schola Cantorum Leipzig in den Blickpunkt mit Werken u.a von Thomas Morley und Hanns Eisler. Er wurde abgelöst von der KleinenKantorei Leipzig. Von ihr hörte man Musik von Melchior Franck, Johannes Brahms und Thomas Tallis. Am Ende besangen sie die „Northern Lights“ von Ola Gjello. Beide Chöre dirigierte Stephan Gogolka.
Nach der ersten Pause stellte die Pfarrerin kurz die nächsten drei Sangesgruppen vor. Aus Kitzscher war der Frauenchor angereist und hatte im Repertoire Stücke aus mehreren Jahrhunderten. Das Jüngste dürfte „Wunder gescheh´n“ von Nena Kerner gewesen sein. Italo Riffo hatte als Dirigent seine Damen „gut im Griff“. Nun folgte der Kammerchor Madrigio ebenso mit Liedern aus zurückliegenden Jahrhunderten. Auch ein schwedisches Volkslied war darunter. Geleitet wurde der Chor von Sandra Havenstein. Danach hatte das Publikum nochmals die Chance für fünf Minuten selbst aktiv zu sein.
Johanna Stein stellte die Mitwirkenden des nächsten Blocks vor. Und sie sind keine Unbekannten bei der „Nacht der Chöre“. Zunächst betrat der Gemeindechor St. Nikolai unter Leitung von Grit Stief den Altarraum und brachte u.a. Werke von Michael Praetorius und Hans Leo Haßler zu Gehör. Eine Viertelstunde später löste ihn die „Hausherrin“, die Taborkantorei unter Andreas Mitschke ab. Der dritte Chor im Bunde in diesem Block war der Chor Arion Glesien. Dieser hatte eine Überraschung angekündigt. Aber schon das erste Lied ließ aufhorchen – eine Verquickung der allseits bekannten britischen Hymne mit dem Lied „We Will Rock You“ der englischen Band „Queen“. Bei der Überraschung sind die Musikfreunde aufgefordert mitzusingen und auch ihre Arme einzusetzen.
Nach dieser „sportlichen“ Übung war die zweite Pause angesagt und die Moderatorin bat, zügig zum letzten Block zurückzukehren. Der Volkschor Leipzig unter Kerstin Kanitz ließ passend dazu das erste Lied „Horch, was kommt von draußen rein“ ertönen und schloss mit „I Am Sailing“, einem Dauerbrenner 1975. Auch der nun folgende Dachkammerchor, geleitet von Jörn Sakuth, ließ es international angehen u.a. mit „Tourdion“ von Pierre Attaingnant und dem finnischen Volkslied „Immer noch streicht der Wind“. Den Schlusspunkt, eine Viertelstunde vor 23 Uhr, setzten die Mitstreiter von Vox Humana unter Jonas Kraft mit Stücken z.B. von Johann Hermann Schein.
Zum Abschied hatten die gebliebenen Zuhörer nochmals die Chance, das „Abendlied“ von Josef Gabriel Rheinberger mitzusingen. Tabor-Kantor Andreas Mitschke gab bekannt, dass es auch eine 7. Nacht der Chöre geben wird. Das wird am 2. Juli 2027 sein – damit man es sich besser merken kann – 2.7.27.
Ein großer Dank gebührt allen ehrenamtlichen Helfern, die die „Nacht der Chöre“ begleiteten sowie explizit an die verantwortliche Organisatorin Dagmar Schlegel, an Pfarrerin Johanna Stein für die Moderation und an Hartmut Kirchhof, in dessen Händen die kulinarische Absicherung für Chormitglieder und Besucher des Abends lag.
Text und Fotos: Lothar Kurth
