Ein würdiger Abschluss des 122. Kirchweihfestes der Taborkirche war am frühen Abend des 15. März 2026 das Bläserkonzert in der Kirche. Von den rund 90 Musikfreunden, die gekommen waren, hat dies keiner bereut.
Es war zudem eine Premiere, denn der Posaunenchor der Taborkirchgemeinde unter der Leitung von Hans-Martin Schlegel und der Posaunenchor Knauthain-Großzschocher unter der Regie von Elias Zill traten erstmals gemeinsam vor einem größeren Publikum auf.
Mit der allseits bekannten „Eurovisionsfanfare “ dem Prélude aus dem „Te Deum“ des französischen Barockkomponisten Marc-Antoine Charpentier (ca. 1643–1704) startete das fast eineinhalbstündige Programm. Danach begrüßte Hans-Martin Schlegel die Besucher und anschließend erklangen Georg Friedrich Händels „Sarabande“ und „Loure + Marche“ von Georg Philipp Telemann in Form einer barocken Suite.
Vor jedem Musikstück gab der Leiter des Posaunenchores der Taborkirche Insiderwissen über Komponisten und Entstehungsgeschichte sowohl sachlich als auch humorvoll preis. Als Intermezzo las Stefan Hörning aus „Das königliche Festmahl“ von Eckart zur Nieden.
Mit dem „Musikalischen Lustgarten“ von Hans-Leo Hassler traten die Posaunenchöre danach wieder in Aktion. Dem ließen sie drei Spirituals folgen, u.a. das öfters zu hörende „Oh happy Day“. Nun brachten die Bläser vom zeitgenössischen Komponisten Traugott Fünfgeld das in drei Teilen gefasste Stück „Haus auf Sand“ zu Gehör. Dazwischen ließ Stefan Hörning die Zuhörer wissen, was passieren kann, wenn man sein geliebtes Domizil nicht fachgerecht errichtet. Vom jungen Komponisten Jens Uhlenhoff intonierten die Musiker „Der Barmherzigkeit an ihm getan hat“, dass fast an Filmmusik erinnnerte.
Jetzt kündigte Hans-Martin Schlegel das Musikinstrument des Jahres 2026 – das Akkordeon – an. Dazu hatte er Marko Basara (23 Jahre, gebürtig aus Serbien) hinzugebeten, der virtuos Johann Sebastian Bachs „Sinfonia“ aus der Partita in c-Moll (BWV 826) und die „Romance in f-Moll, Op. 5“ von Peter Tschaikowsky darbot. Die Zuhörer waren regelrecht begeistert.
An etwas Besonderes hatten sich die Posaunenchöre gewagt, ließ Hans-Martin Schlegel wissen. Aus dem Oratorium „Elias“ von Felix Mendelssohn Bartholdy erklangen „Engelsterzett + Schlusschor“ – ein ungewöhnliches, jedoch tolles Hörerlebnis, in dieser Darbietungsform einmalig. Der Chorleiter wandte sich danach bei Simon Langenbachs „Geh unter der Gnade“ an das Publikum zum Mitsingen. Der Bitte kamen die Besucher bereitwillig und lautstark nach.
Nach der offiziellen Verabschiedung erklang zum Finale „Highland Cathedral“ von Ulrich Roever, der eigentlichen Nationalhymne von Schottland. Dabei wurden die Bläser nochmals von Marko Basara unterstützt, der mit seinem Akkordeon die Klänge des Dudelsacks ersetzte.
Kirchenvorstandsvorsitzender Hartmut Kirchhof bedankte sich im Namen aller für dieses phantastische Bläserkonzert mit nicht alltäglichen Musikstücken aus unterschiedlichen Zeitepochen bei Hans-Martin Schlegel und Elias Zill, während Dagmar Schlegel, die Mitorganisatorin dieser musikalischen Veranstaltung, jedem der Akteure eine kleine Aufmerksamkeit aushändigte unter dem starken und herzlichen Applaus der dankbaren Besucher, die sich beim Verlassen der Kirche begeistert zu dem Gehörten und dem Können der Musiker äußerten.
Text und Fotos: Dagmar Schlegel, Lothar Kurth
