Zusehends füllten sich die Sitzreihen Im großen Saal der Gemeinde in der Windorfer Straße 45a, denn das angekündigte Konzert von Gabriele Lamotte unter dem Motto „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh´n“ versprühte magnetische Anziehungskraft. Schließlich fanden sich am frühen Abend des 14. Februar über 80 Besucher ein.
Punkt 17.00 Uhr betrat die Sängerin, begleitet von Karl-Heinz Müller am Flügel und der moderierenden Katrin Hart, die Bühne mit dem Einsteiger „Ich brauche keine Millionen“ aus dem Film „Hallo Janine“ (1939), dem das Lied „Money macht froh“ folgte.
Das zweiteilige Programm basierte auf einen musikalischen Teil, der mit vertiefenden Wortbeiträgen zu den Titeln durch die Moderatorin abwechselte. Katrin Hart zeichnete eindrucksvoll die mehr als 100 Jahre alte Filmmusikgeschichte hierbei nach. Breiten Raum widmete sie den Komponisten jener Zeit mit kurzem biografischen Abriss und ihren Schicksalen, insbesondere während des Dritten Reichs, u.a. Werner Richard Heymann und Robert Stolz.
Ein Feuerwerk an Liedern brannte Gabriele Lamotte mit ihrer phantastischen Stimme nun ab mit „Kinder, heut’ Abend, da such ich mir was aus“, „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“, „Du sollst der Kaiser meiner Seele sein“ und „Irgendwo auf der Welt gibt’s ein kleines bisschen Glück“. Recht kokett agierte die Sängerin mit dem Publikum bei „Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben“, das vom jüdischen Komponisten Oscar Straus stammt. Mit noch einigen musikalischen Darbietungen ging es danach in eine kurze, wohlverdiente Pause für die drei Akteure.
Der zweite Teil war alsbald direkt dem derzeitigen Fasching vergönnt. Treffend stellte die Sängerin fest „Denn einmal nur im Jahr ist Karneval“ (Willi Ostermann). Katrin Hart merkte danach an, dass der Karneval anfangs von den Nationalsozialisten argwöhnisch betrachtet, aber später vereinnahmt und gleichgeschaltet wurde.
Fast schon ein Duett legten die beiden Damen bei dem Lied „Ich wollt´ ich wär´ ein Huhn“ aus dem Film „Glückskinder“ hin. Die Zuhörer waren ungemein angetan, gingen richtig aus sich heraus und schunkelten bei noch folgenden Schlager mit. Aus dem Repertoire „zauberten“ Gabriele Lamotte und Karl-Heinz Müller noch „Davon geht die Welt nicht unter“, „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh´n“, „Ich bin ein unverbesserlicher Optimist“ und die allseits bestens bekannte „Julischka aus Budapest“. Bei der Zugabe „Das gibt’s nur einmal“ sang der ganze Saal mit und es folgte herzlicher Applaus für das „Dreigestirn“.
Kirchenvorstandsvorsitzender Hartmut Kirchhof dankte im Namen aller, fand nachdenkliche Worte für das historisch Wissenswerte zwischen den Liedern und überreichte kleine Aufmerksamkeiten. Ein herzlicher Dank gebührt an dieser Stelle Dagmar Schlegel, der Organisatorin des musikalischen Abends.
Text und Fotos: Dagmar Schlegel, Lothar Kurth
