Worte zum Tag – 15.Januar 2021

Bei jedem 15. Januar kommen mir Erinnerungen an den 15.1.91, der sich in besonderer Weise in meinem Leben eingeprägt hat.

Trotz 2. Intifada konnte mein Studienjahr „normal“ in Jerusalem beginnen. Dann kam der 2. August – mit dem Einmarsch im Kuwait änderte sich die politische Lage. Beim UNI-Start hatte ich neben der Führung über das UNI-Gelände auch eine Einführung zum Verhalten in Kriegssituationen. Nach den ersten Wochen bekamen wir alle eine Gasmaske. Es war ein besonderes Semester mit intensivem Studium, vorzeitigen Abschlussprüfungen und …

Dann kam der 15. Januar: Nach Verabschiedung von israelischen Freund_innen, letzten Erledigungen und Koffer packen (ohne Wissen, ob oder wann ich zurück kann) ging es zum Flughafen. In alle Ecken der Welt gingen die letzten Flugzeuge. Mit der letzten Maschine und viel Verspätung ging es nach Hannover. Mitten in der Nacht war ich wieder bei meiner Familie und gefühlt doch im Ausland. Keine 24h später begann der Luftkrieg. Bilder von den Angriffen auf Israel sah ich in den Nachrichten. Freunde konnte ich nur schwer erreichen (digital ging nicht) – Post konnte von Deutschland nur auf dem Landweg verschickt werden. Die Zeit forderte viel Geduld von mir. Mit dem ersten Flugzeug ging es Anfang März noch vor dem Waffenstillstand zurück. Zur Begrüßung gab es einen „wieder da“-Abend mit allen Nachbarn!

Das war vor 30 Jahren und bewegt mich noch immer. Im Rückblick überwiegen die vielen wunderbaren Erinnerungen und Freundschaften. Und Schweres hat mich „wachsen“ lassen.

Ihre Pfarrerin Angela Langner-Stephan

Bild: pixabay.com

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