Geh aus mein Herz und suche Freud

Dieses bis heute populäre geistliche Lied wurde Mitte des 17.Jahrhunderts von dem Evangelischen Theologen Paul Gerhardt ( 1607 – 1676 ) verfasst. In ihm werden die Schönheiten der Natur besungen. Zugleich verweist es auf den

jenseitigen Himmelsgarten“.

Es gehört zu den wohl bekanntesten Liedern des evangelischen Kirchengesangs.Außerhalb der Kirche verbreitete es sich auch als Natur – und Wanderlied. In den ersten 7 Strophen werden Naturbilder geschildert und als Gabe Gottes gekennzeichnet. Strophen 8 bis 11 verweisen auf die überirdischen Schönheiten im Himmel. Die letzten Strophen wenden sich insbesondere einer Bildhaftigkeit zu, die der biblischen Paradiesvorstellung und der mit Naturbildern arbeitenden Reich – Gottes – Gleichnisse

Jesu nahe kommen.

Erstmals gedruckt wurde das Lied 1653 im musikalischen Andachtsbuch „Praxis pietatis Melica“ mit der Melodiezuweisung „Den Herrn meine Seel erhebt“. Eine durchgängige Rezeption lässt sich seit dem 17.Jahrhundert in Kirchengesangbüchern bis zur Gegenwart ausmachen.

Bis ins 19.Jahrhundert folgten noch etliche andere Melodieschöpfungen – zu dieser Zeit wurde das Lied auch auf 9 Strophen gekürzt.

Constanze Hirsch

(Quelle: Michael Fischer aus : Populäre und traditionelle Lieder historisch-kritisches Liederlexikon)

 

Aufnahme:
Barbara Kroll-Hiecke, Flöte
Hans-Martin Schlegel, Posaune
Constanze Hirsch, Gesang
Andreas Mitschke, Klavier