Begegnung – 15.Dezember 2021

Am kommenden Sonntag steht eine Begegnung im Mittelpunkt des Gottesdienstes: An die Lebenstür der Maria klopft ein Engel mit einer weitreichenden Botschaft an. Es ist eine lebensverändernde Begegnung.

Meine sehr persönliche Begegnungsgeschichte kann daran vielleicht anknüpfen.

Ich gehe auf das Holzhaus zu und dann aber daran vorbei, denn ich war zu zeitig. Mein Weg führt mich deswegen hinunter zum Sportplatz und dann wieder hinauf. Die Kirchenglocke zeigt es an: Jetzt ist es also soweit. Das Namensschild am Holzhaus zeigt meinen Nachnamen, obwohl ich noch nie hier war. An der Tür halte ich kurz inne, dann klingle ich. Ich bin angespannt: Was, oder besser wer wird hinter dieser Tür auf mich warten.

Verabredet habe ich mich für diesen Nachmittag mit meinem Vater. Er ist gegangen, als ich noch ein kleiner Junge war. Und jetzt 25 Jahre später bin ich ihm nachgegangen, um ihm zu begegnen.

Und dann tut sich die Tür auf und Vater und Sohn stehen sich gegenüber: Ein Wiedersehen nach 25 Jahren. Wer hätte das noch für möglich gehalten. Diese Begegnung, dieser Nachmittag war letztlich ein überraschendes Geschenk für uns beide. Und so wurde aus Beklemmung und Anspannung in der Begegnung Dankbarkeit.

Wie viele Möglichkeiten bietet das Leben auch heute noch für verändernde Begegnungen?!

 

Ihr Pfarrer Dr. Sebastian Ziera

One thought on “Begegnung – 15.Dezember 2021

  1. Schön, dass es wenigstens hier noch die Möglichkeit gibt, miteinander ins Gespräch zu kommen! Die direkten Begegnungen in den verschiedenen Gemeindegruppen müssen ja leider wieder ausfallen. Gerade in der Adventszeit, wo wir mit den unterschiedlichsten Erwartungen in uns und um uns zu tun und vieles unter einen Hut zu bringen haben, wäre doch eine Möglichkeit zum persönlichen Austausch recht wünschenswert.

    Mich hat die persönliche Begegnungsgeschichte sehr berührt. Deshalb möchten ich zuerst dafür DANKE! sagen. Es lässt sich erahnen, dass der innere Weg viel länger war als der äußere. Ohne eine positive Erwartung, ohne Hoffnung und ohne die daraus erwachsene Offenheit für Neues kommen solche Wege nicht zustande.
    Darin sehe auch ich eine Entsprechung zu der Geschichte von Maria und dem Engel. Nicht auszudenken, wenn die Frau gestresst oder genervt reagiert hätte und „Bleib mir bloß vom Leibe!“ gesagt hätte!
    Es ist gut, wenn wir immer wieder neu daran erinnert werden, die wichtigen Gelegenheiten in unserem Leben zu erkennen und anzunehmen.

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