31.03.21 – Unser Herz gefangen

Heute hat meine jüngste Tochter Geburtstag. Nachdenklich stimmt mich die Tatsache, dass sie schon mehr als die Hälfte ihres Lebens im „Ausnahmezustand“ verbracht hat. Kaum ein Tag vergeht, an dem Corona nicht die Schlagzeilen beherrscht und auf verschiedene Weise in unser Leben dringt. Das kindliche Dasein meiner Tochter verrät nichts von den Sorgen von uns „Großen“, sie freut sich an den Frühblühern und Sonnenstrahlen, staunt über Käfer und Hubschrauber und verschenkt großzügig ihr Lachen.  

Ich denke daran, wie Jesus die Kinder segnete (Mk 10, 13-16):„Und sie brachten Kinder zu ihm, damit er sie anrühre. Die Jünger aber fuhren sie an. Als es aber Jesus sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.Und er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie.“

Jesus waren die Kinder wichtig. In dieser Geschichte zeigt er sogar, dass wir von den Kindern lernen können. Vielleicht sind sie offener für die Botschaft Jesu als wir Erwachsene? Wie geht es Ihnen? Fühlen Sie sich in diesen komplizierten Zeiten auch oft „gefangen“? Ich wünsche mir, mich wieder wie ein Kind zu freuen, zu staunen und mein Lachen zu verschenken. Dem Glauben, der Liebe und der Hoffnung wieder mehr Raum zu geben. Das Passionslied „Korn, das in die Erde“ (EG 98) lässt schöne, hoffnungsvolle Bilder vor mir auftauchen. In der dritten Strophe heißt es: „Im Gestein verloren Gottes Samenkorn, unser Herz gefangen in Gestrüpp und Dorn – hin ging die Nacht, der dritte Tag erschien: Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.“ Mögen die Weizenkörner in uns aufleben.

Einen gesegneten Tag wünscht Ihnen
Christiane Domtera-Schleichardt

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