30.07.2021 – Urlaub erlaubt!

Weil Sprache und Wirklichkeit sich immer gegenseitig beeinflussen, setze ich mich gern mit der Herkunft und Bedeutung von Wörtern auseinander. Da er mir bei vor der Tür steht, hat mich dieser Tage der Begriff „Urlaub“ beschäftigt. Er hat nichts mit prähistorischen Pflanzen zu tun, sondern kommt aus dem Wortfeld erlauben/Erlaubnis.

In einem Schreiben aus dem 16. Jahrhundert las ich dieser Tage, dass ein Prediger „enturlaubt“ werden sollte – er verlor also die Erlaubnis zu predigen und sich an einem bestimmten Ort aufzuhalten. Im Mittelalter und der Frühen Neuzeit konnte ein Lehnsherr seinen Untertanen Urlaub gewähren, also die Erlaubnis, sich an einen anderen Ort zu begeben. Dass man sich heute „Urlaub nehmen“ kann, zeigt, dass wir da etwas weiter sind – auch wenn die Erlaubnis des Dienstherrn in der Regel notwendig bleibt.

Bei Gott sieht es anders aus: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ sagt Jesus in den Worten des Evangelisten Matthäus (Mt 11, 28). Hier muss ich nicht in Vorleistung gehen, mir den Urlaub nicht verdienen und er dient auch nicht dazu, mich arbeitsfähig zu erhalten. Es ist die pure Lust Gottes, uns ohne Hintergedanken das zu schenken, was uns guttut.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie das immer wieder erleben und eine erquickliche Urlaubs- und Sommerzeit verbringen dürfen!

Ihr Konstantin Enge

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