30.03.21 – Was ist richtig?

Die Kirchen bleiben offen, aber es finden in der Karwoche und zum Osterfest keine Gottesdienste statt.

Es ist das höchste Fest der Christenheit und der Kern unserer Botschaft, dass Christus für uns am Kreuz gestorben ist. Wir feiern Ostern den Glauben an den auferstandenen Christus und rufen damit unsere Hoffnung in die Welt. Wir sehen im Tod nicht das Ende. Keine Macht der Welt ist stärker als diese Hoffnungsbotschaft. Kein Leid, keine Angst, keine Gewalt, kein Virus, keine menschliche Entscheidung können dieses Machtwort der Liebe vom Kreuz und vom leeren Grab zerbrechen.

Wir haben als Menschen über die Jahrhunderte einfühlsame und großartige Traditionen entwickelt. Wir gehen aus dem Leiden Christi und der Dunkelheit der Welt hinein in das österliche Licht einer Gotteswelt, die mitten unter uns ist.  Wer diesen Weg über Jahre gelebt hat und weiß, was wir da feiern, der wird die vertrauten Melodien, Bräuche und Gottesdienste schmerzlich vermissen.

Immer wieder frage ich mich, was von all dem Vertrauten bleibt, wenn wir dies nicht in gewohnter Weise begehen.

Wie oft haben Menschen diesen Weg aus äußerer Bedrängnis zu einem inneren Pfad gemacht.

Wie oft haben Menschen in schwierigen Zeiten ihren österlichen Glauben gelebt und gemeinschaftliche Traditionen in ihre Situationen hineingenommen und im kleinen Kreis oder ganz für sich gefeiert.

Denn Christus ist für dich gestorben, damit du an Beschränkung, Angst und Trauer nicht zerbrichst.

In deinem Leid darfst du dich getragen wissen vom auferstandenen Christus. Weil diese Kraft stärker ist als alle Mächte, wird er auferstehen lassen, was leben will.

Wenn wir heute der Ansteckung mit Covid 19 durch Abstand und Beschränkung entgegentreten, so verzichten wir nicht auf das befreiende Wort Christi.

Dabei wird es von Bedeutung sein, dass wir nicht aufhören in neuen Formen und in tiefem Glauben zu erzählen, dass Gottes Wirklichkeit in unsere bedrängte Welt scheint.

Ich weiß, dass wir in diesen Tagen diese Zuversicht brauchen. Aber wir werden sie nicht in dem Gewohnten finden. Wir werden sie aber in uns finden.

Diese Zuversicht lässt uns beieinander bleiben trotz räumlicher Distanz.

Sie gibt uns einen langen Atem, damit wir diese Krise des Körpers und der Seele gemeinsam durchleben.

Sie lässt uns auf eine Zukunft schauen, aus der uns Gott entgegenkommt.

Das Virus wird uns nicht am Kreuz der Angst und Verzweiflung festnageln. Aber das Kreuz Christi macht uns frei, in Verantwortung füreinander zu wirken. Die offenen Kirchen laden zum Gebet ein. Sie hören Passions-u. Ostermusik. Kerzen begleiten Sie auf Ihren Weg.

Ihr Martin Staemmler-Michael

One thought on “30.03.21 – Was ist richtig?

  1. Wer sich für einen anderen Weg entscheiden möchte, kann zu Gottesdiensten zu uns in die Thomaskirche kommen. Bitte vorher anmelden. Auch unsere Schwestern und Brüder der kathlischen Kirche feieren Präsenzgottesdienst mit Anmeldung. Stand 30. März, Bitte beachten Sie eventuelle Änderungen.

    Herzliche Einladung!

    Werner Brauns

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