28.04.2021 – Laufen-Lernen

Ich hatte Ephraim laufen gelehrt und sie auf meine Arme genommen. (Hosea 11,3)

Laufen-Lernen

Ich kann mich noch erinnern und die Bilder helfen mir, wie meine Kinder – jedes für sich – laufen lernte; tollpatschig und haltsuchend bei mir. Oh, wie abhängig wir als kleine Erdenbewohner sind.

Es muss für uns schon ein Erfolg gewesen sein, sich von einer auf die andere Seite zu drehen und vom Rücken auf den Bauch zu. Aber laufen zu können, das ermöglicht nochmals ganz neue Perspektiven; und Schwierigkeiten für die Eltern, die nun anfangen müssen, alles Erreichbare eine Ebene höher zu verstauen. Und doch gibt es wohl nur sehr wenige Momente im Leben zwischen Eltern und Kind, die so bedeutsam sind, wie diese ersten Schritte: Dieses Vorwärtswackeln im staksigen Schritt zwischen Stehen und wieder Hinplumpsen.

Die ersten Schritte sind so bedeutsam, dass dies zum Symbol, zum Bild für einen Werdegang überhaupt – in welchem Bereich auch immer – geworden ist. Man sagt: Da habe ich erste Schritte gemacht! Oder: Da bin ich auf die Nase gefallen!

Es gehört dabei zur Ehrlichkeit, zur Redlichkeit und zur Dankbarkeit, wenn man sich diese Momente des Laufen-Lernens im staksigen Gang vor Augen hält.

Und dass man nicht vergisst, wie viel Hilfe man auf seinem Lebensweg erhalten hat.

Ich wünsche Ihnen für heute einen mutigen Blick nach vorn und einen dankbaren Blick zurück.

 

Ihr Pfarrer Dr. Sebastian Ziera

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