27.07.2021 – Suchet der Stadt Bestes …

 

 … und betet für sie zum HERRN; denn wenn’s ihr wohlergeht, so geht’s euch auch wohl. Jeremia 29,7

Es ist ein Auszug aus einem Brief, den der Prophet Jeremia seinen Mitbürgern mit auf den Weg gibt. Sie leben in einem fremden Land mit einer fremden Kultur und Religion.

Was für ein kluger Rat. Hoffentlich lesen die Einheimischen auch diese Zeilen, denn diese Worte sind der Gratmesser für ein gutes Miteinander in einer pluralistischen Gesellschaft. Einerseits wird den Juden gesagt, bleibt eurem Glauben, euren Wurzeln treu. Sie sind Urgrund eurer Gemeinschaft. Andererseits wird empfohlen sich für die Einheimischen zu öffnen, sie kennenzulernen und sich selbst vorzustellen. Dazu gehört Respekt voreinander und Toleranz. Dazu gehört die Achtung der Menschenwürde, weil alle Geschöpfe Gottes sind. „Betet für die Stadt, denn wenn es ihr gut geht, so geht’s auch euch wohl.“

Gleichzeitig wird ein Signal des Friedens und der Offenheit an die Einheimischen gesendet. Darin liegt die Bitte, hasst nicht, was euch fremd ist, lernt kennen und verstehen. Lasst uns einen behutsamen Umgang miteinander und mit unserer jeweiligen Herkunft pflegen.

Wenn wir so als Christen in einer offenen Gesellschaft und in einer multikulturellen Stadt wie Leipzig wirken, dann sind wir das, was Jesus in der Bergpredigt den Menschen mit auf ihren Lebensweg gibt: „Ihr seid das Salz der Erde.“ Mit Salz werden Lebensmittel haltbar gemacht.

Es gehört u.a. auch zu unseren Aufgaben als Kirche in dieser Stadt, den Frieden zu stärken, zu versöhnen, zu Brennpunkten der Gesellschaft den Dialog zu fördern und Haltung zu beziehen, die die Würde jedes Menschen achtet. Wenn wir dazu beitragen können, dass solche elementaren Voraussetzungen für ein gutes Miteinander durch uns Halt bekommen, dann sind wir Salz für die Stadt.

Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum HERRN; denn wenn’s ihr wohlergeht, so geht’s euch auch wohl.“

M. Staemmler-Michael

 

 

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