26.04.2021 – Theologie des Kreuzes

Theologie des Kreuzes

Im April 1518 reiste Martin Luther reiste Martin Luther nach Heidelberg zu einer Versammlung der Augustinerermemiten-Mönche. Dort erhielt er am 26. April, heute vor 503 Jahren, die Gelegenheit, seinen Ordensbrüdern seine Theologie im Rahmen eines wissenschaftlichen Gesprächs (Disputation) vorzustellen.

Foto: Wikimedia (Carlos Delgado; CC-BY-SA) https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Heidelberg_Luther.jpg

Luther nutzte die Chance unter anderem dazu, seine Theologie des Kreuzes (theologia crucis) zu präsentieren. Diese stellte er einer damals verbreiteten Theologie der Herrlichkeit (theologia gloriae) entgegen. Natürlich hatte Luther keine Zweifel an der Herrlichkeit Gottes, in deren Überbetonung sah er aber die Gefahr, dass Gott für die Menschen in unerreichbare Ferne gerückt wird. Deshalb wollte Luther den Blick auf Gott lenken, der in Jesus Christus am Kreuz litt und starb – einen Gott, der ganz nah bei den Menschen ist. Mit Luthers Worten ging es darum, „die sichtbare und die dem Menschen zugewandte Seite Gottes zu erkennen, die durch Leiden und Kreuz erblickt wird“ (These 20 der Disputation).

Mir hilft dieser Perspektivwechsel auch und gerade in den schweren Stunden dieser Pandemiezeit. Da tue ich mich auch schwer mit einem Gott, der noch weiter entrückt scheint, als die lieben Menschen, die ich vermisse und bestenfalls am Telefon höre oder auf einer Videokachel sehe. Wie gut tut es dagegen, von unserem Gott zu hören und zu lesen, dem nichts Menschliches fremd ist und der in Schmerz und Einsamkeit ganz nah ist, weil er sie selber kennt!

Herzliche Grüße und eine gesegnete Woche wünscht

Ihr Konstantin Enge

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