25.07.2021 – Schneller, höh…

Die alle vier Jahre stattfindenden Olympischen Spiele sind aus dem Takt geraten. Vorgestern wurden sie wegen der Corona-Pandemie mit einem Jahr Verspätung in Tokio eröffnet.

Für die Sportlerinnen und Sportler und für viele andere, die lange Zeit dafür hart trainiert und gearbeitet haben, ist es ein langersehntes Ereignis, das jetzt unter ganz anderen Bedingungen stattfindet, als es ursprünglich geplant war.

Den Menschen, die wenige Tage zuvor durch die Flutkatastrophe ihr Zuhause und vielleicht sogar nahe Angehörige verloren haben, wird – wie weltweit vielen anderen auch – die Jagd nach und der Jubel über die Medaillen dagegen sehr befremdlich klingen.

Dank der schieren Allgegenwärtigkeit unserer Medien nehmen wir wieder einmal aus der Ferne an beidem teil und geraten dabei wie schon so oft in einen Zwiespalt: Das muss man doch unterscheiden und auseinanderhalten! sagen die einen. Es hängt doch alles mit allem irgendwie zusammen! behaupten die anderen.

Über diese Fragen lässt sich endlos diskutieren. Was kommt dabei heraus? Sehr oft wenig, im besten Fall aber die Einsicht, dass wir uns wohl für eine Ansicht entscheiden müssen – und dass diese Entscheidung auch Konsequenzen hat.

Schneller, höher, weiter – das ist das Motto der Olympischen Spiele. In unserer Zeit ist es aber darüber hinaus zu einer Erfolg versprechenden und deshalb weit verbreiteten Grundeinstellung in Wirtschaft und Gesellschaft geworden, deren Folgen wir immer stärker spüren und als Krisen bezeichnen. Das ist Grund genug, unsere Grundeinstellungen neu zu überdenken.

Einen Anstoß und eine Denkrichtung kann uns dabei auch der biblische Leitvers für den 8. Sonntag nach Trinitatis geben. Dort heißt es: Lebt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. (Eph 5,8b.9)

Was passiert, wenn uns Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit wichtiger als Geschwindigkeit, Größe und Erfolg werden? Und wie kann das gehen?

 

Einen beSinnlichen Sonntag wünscht Ihnen

Heinz Schneemann

 

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