24.06.2021 – JOHANNISTAG

Der 24. Juni ist heute – Johannistag. Johannes der Täufer ist das Urbild eines Zeugen für Jesus Christus. Ein Zeuge sagt aus, was er gesehen und gehört hat. Und so sagt Johannes über Jesus, was er von Gott her gehört hat: „Siehe, das ist Gottes Lamm!“ Dieses Zeugnis bestimmt sein Leben – und hat ihn letztlich das Leben gekostet.

Der Johannistag ist jedoch nicht der Gedenktag seines Todes, sondern seiner Geburt. „Tag der Geburt Johannes des Täufers“ heißt er ganz korrekt. Sechs Monate vor Jesus sei Johannes geboren, erfahren wir aus dem Lukasevangelium. Als die Kirche später die Geburt Jesu auf den 25. Dezember bzw. in die Nacht davor gelegt hat, kam es zum Johannistag am 24. Juni. Die Evangelien sehen in Johannes dem Täufer den Wegbereiter Jesu – den, der auf ihn hinweist. Und er ist es, der Jesus im Jordan tauft. Johannes ahnt, dass sich mit Jesus die Hoffnungen der Väter erfüllen: „Bist du der da kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten?“ fragt er aus dem Gefängnis.

Am Johannistag stehen wir im Kreise derer, die warten auf die Erfüllung der Verheißungen Gottes. „Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht.“ Diese Verheißung hören wir zu Weihnachten. Johannes steht für all diejenigen, die dafür sorgten, dass die Sehnsucht nach diesem Licht nicht erlosch. Und der dann auf den hinwies, der zurecht von sich sagte „Ich bin das Licht der Welt“. Es ist also kein Zufall, dass uns am 24. Juni – mitten im Sommer – oft einfällt, dass in einem halben Jahr Weihnachten ist. „Sommerweihnachten“ wird dieser Tag deshalb in manchen Gegenden genannt. Wenn wir heute also den Johannistag begehen, dann sind wir mit Johannes dem Täufer bei denen, die Jesus ankündigen, sein Kommen in unsere Mitte – nicht nur zu Weihnachten, sondern an allen Tagen des Jahres. Und auch wir sollen Zeugen Jesu sein! Sollen sagen, was wir gehört haben aus dem Wort Gottes, und was wir gesehen haben an Wirkungen des Heiligen Geistes. Um unser Leben müssen wir deswegen heutzutage in unserem Land nicht fürchten!

Pfarrer Matthias Piontek

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