23.09.2021 – Friedlich aufgewacht?

Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht. Joh 14,27

Waren Sie schon mal auf dem Kyffhäuser?

Was für ein monströses Denkmal, um zu zeigen, dass wir Deutsche eine Nation sind. Und wer wird gezeigt: Kaiser Friedrich I Barbarossa, der natürlich nur Kriege führte, um Frieden zu bringen. Wie viele vor ihm und nach ihm. So, wie er dargestellt wird, sieht er eher wie ein betrunkener Alter aus. Aber wir haben ja noch über ihm das gewaltige Bronzedenkmal mit dem Kaiser der Deutschen Wilhelm I. Mit Pickelhaube – Na klar Krieg, um Frieden zu bringen. Selbst der Afghanistaneinsatz war ja eine Friedensmission mit tödlichem Ende. Was für ein Irrtum.

“Ich gebe euch den Frieden. Meinen Frieden, nicht den Frieden, den die Welt gibt.”

In einer Biografie über Napoleon Bonaparte findet sich folgende Anekdote: Nachdem Napoleon die Völkerschlacht bei Leipzig und damit seine Macht verloren hat, sitzt er mit seiner Mutter zusammen, spricht über die Ablehnung, die er nun überall erfährt und sagt: “Eigentlich wollte ich doch diesem Kontinent und der Welt nur den Frieden schenken.” Darauf seine Mutter:
“Mag sein, mein Sohn, doch die Menschen mochten wohl das blutrote Band nicht, mit dem du dein Geschenk verpackt hast.” Diese Szene ist historisch nicht gesichert. Doch Mutter Bonaparte hat Recht:
Die Menschen mögen das blutrote Band nicht. Es ist die Blutspur, die die Feld- und Kriegsherren dieser Welt immer wieder gezogen haben. Darin sind sie alle gleich gewesen, die sogenannten Großen der Geschichte, ob Alexander, Caesar, Friedrich, Napoleon – Stalin und Hitler sowieso: immer haben sie andere für sich und ihre Ziele benutzt und geopfert. In ihrem Namen, im Namen eines Volkes oder einer Idee oder im Namen Gottes hat das vielen Millionen Menschen den Tod gebracht.

Wer heute Hass und Hetze verbreitet und andere zur Gewalt anstiftet ist nicht besser und schwingt sich als mieser, kleiner Feldherr im Netz auf.

“Ich gebe euch den Frieden. Meinen Frieden, nicht den Frieden, den die Welt gibt.”

Das hat Jesus von Nazareth gesagt. Und nicht nur gesagt, sondern auch gelebt. Der rote Faden seines Lebens war die Liebe in Wort und Tat. Er opferte nicht andere für sich und seine Ideen, sondern hat sich selbst hingegeben. Er ist am Kreuz gestorben, um uns seine grenzenlose Liebe zu zeigen und dieser Welt den wirklichen Frieden zu schenken.

Und der fängt in mir an. Er ist in mir. Meine Lebensaufgabe ist es, ihn zu entdecken und zu leben. Stück für Stück. Für mich, für meine Mitmenschen und überall dort, wo ich bin. Vielleicht gelingt es mir. Und vielleicht gelingt es uns, aus uns selbst ein Denkmal der Menschenwürde entstehen zu lassen. Wie würde das aussehen?

“Ich gebe euch den Frieden. Meinen Frieden, nicht den Frieden, den die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.

Ich wünsche Ihnen einen friedvollen Tag.

Ihr Martin Staemmler-Michael

One thought on “23.09.2021 – Friedlich aufgewacht?

  1. “Wer den Frieden will, muss den Frieden vorbereiten.” … Das steht so wohl nicht in der Bibel. Und von wem dieser Satz stammt, habe ich wieder vergessen. Klingt aber irgendwie plausibel und eignete sich vielleicht als “Sockel-Inschrift” für ein Denkmal der Menschenwürde. Wobei ich mir im Schreiben plötzlich nicht mehr sicher bin, ob und wozu Denkmäler der Menschenwürde überhaupt Sockel brauchen.

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