23.05.2021 – Pfingstsonntag

Pfingstsonntag in diesem Jahr fällt auf einen besonderen Tag – den 23. Mai.

Am 23. Mai 1618 begann mit dem Prager Fenstersturz einer der grausamsten Kriege auf europäischem Boden. Eine lange, mühsam erstrittene Friedenszeit, die mit dem Augsburger Religionsfriede 1555 begann, endete. Endlich wurde mit dem Westfälischen Frieden 1648 dann so etwas wie religiöse Toleranz ermöglicht. Ein schwieriger Prozess. Es fiel schwer, religiöse und kulturelle Vielfalt auszuhalten. Richtigkeitsfanatikern in den unterschiedlichen Konfessionen, die allein die Macht haben wollten, war das zu viel.

Am 23. Mai 1949, tritt die Bundesrepublik Deutschland in die Geschichte ein“ – so sagte es Konrad Adenauer (1876–1967), der erste Bundeskanzler vor dem Parlamentarischen Rat zur Einführung unseres Grundgesetzes. Im ersten Artikel heißt es: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Niemand hat das Recht, sich über einen anderen Menschen zu erheben. Jeder Mensch hat unverbrüchliche Rechte – dazu gehört das Recht auf Glaubens- und Religionsfreiheit. Das gehört zu seiner Würde.

Nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist soll es geschehen!“ so heißt es im Leitwort des Pfingstfestes aus dem Buch des Propheten Sacharja.

Das möge uns Gottes lebensschaffender Geist schenken, dass nicht mit Gewalt Freiheit zu gestalten ist, dass wir aber bewegt von Gottes Geist für die Würde und Rechte aller eintreten – auch für unser Grundgesetz. Eine bessere Verfassung gab es auf deutschem Boden nie.

Pfarrer Enno Haaks

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