23.02.21 – Wie der Deckel auf den Topf

Ich hörte die Stimme des Herrn, wie er sprach: Wen soll ich senden? Wer will unser Bote sein? Ich aber sprach: Hier bin ich, sende mich!   (Jesaja 6,8)

Meine Schwiegereltern haben eine Küche und in der Küche zahlreiche Töpfe. Im Schrank stapeln die sich ineinander. An der Dunstabzugshaube daneben stecken die Deckel dazu.  Gelegentlich koche ich bei meinen Schwiegereltern. Und dann beginnt das Suchen: Topf und Deckel, Deckel und Topf. Manchmal gestaltet sich das Finden schwierig: ein Hineingreifen, Probieren und wieder Weglegen. Ich sage nicht, dass ich mich übermäßig freue, wenn ich das richtige Paar gefunden habe, aber so etwas wie Erleichterung zeigt sich doch.

In unserem Losungswort findet der Topf seinen Deckel. Eine Frage und eine passgenaue Antwort.
„Wen soll ich senden? Wer will unser Bote sein?“
Aber hier geht es nicht nur um einen Botengang, sondern um einen Auftrag, eine Lebensaufgabe.
Und Jesaja antwortet: „Hier bin ich, sende mich!“ Der Topf findet seinen Deckel.

In diesem kurzen Dialog beginn eine Lebensgeschichte und ein Dasein bekommt Richtung. Und das ist schon großartig, denn in dem „Hier bin ich!“ steckt mehr als der Ausdruck eines bloßen Da-Seins.

In unserem Losungswort findet jemand seine Lebensaufgabe und einer Aufgabe wird Leben eingehaucht. „Hier bin ich!“ damit verbindet sich die Erkenntnis und dieses tiefe Gefühl von „Hier gehöre ich hin! Hier bin ich richtig!“

Der Topf findet seinen Deckel.

Dass Sie für heute Ihren Deckel oder Topf – je nachdem – finden, das wünsche ich Ihnen.

Ihr Pfarrer Dr. Sebastian Ziera

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