17.09.2021 – „Es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott.“

Es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott.“

Matthias Claudius 1783 (in: Ev. Gesangbuch Nr. 508,2)

Anfang September hatte ich Lust, am „Grünen Gleis“ in Kleinzschocher Brombeeren zu pflücken. Dort wuchern hohe Brombeerhecken. Allerdings war die Ausbeute gering, weil schon viele vor mir die gleiche Idee hatten, und vielleicht war es auch schon etwas zu spät im Jahr. Immerhin, etwa 200 g brachte ich nach Hause. Genug, um Brombeergelee zu kochen? Eigentlich nicht, aber ich hatte es mir nun mal in den Kopf gesetzt. Warum? Ich wollte mal etwas essen, was ich mit eigenen Händen hergestellt habe. Und es ist gelungen. Der Saft ist geliert, und für ein schönes Glas voll hat es gereicht. Wissen Sie, das kurze Wort von Matthias Claudius wird einem dadurch viel bewusster. Klar, vieles, was wir im Supermarkt aus dem Regal in unseren Wagen legen, ist auch durch viele fleißige Hände gegangen, aber nur wenige von uns machen sich das bewusst, weil wir die Menschen, die für uns arbeiten, niemals kennenlernen werden. Überhaupt geht uns durch unsere durchorganisierte Wirtschaft, die uns solche Vielfalt an Auswahl ermöglicht, etwas Wichtiges verloren: Wir achten es nicht, weil wir ja dafür bezahlen. Und an die göttliche Mithilfe denken nur die Allerwenigsten, weil etwaige Ernteausfälle durch ungünstige Witterung bei uns sofort durch Importe aus anderen Ländern kompensiert werden können. – Heute wird viel von wiedererwachender Spiritualität geredet, und viele Leute machen weite Reisen oder teure Kurse, um sie zu erlangen. Aber eigentlich ist es doch ganz einfach: Das Einfache ist das Wesentliche. Ich verdanke mich und meinen Lebensunterhalt der Güte und dem Fleiß meiner Mitmenschen und der Güte und Großzügigkeit Gottes, der uns einen wunderbaren Planeten zum Leben geschenkt hat.

Ach, Mensch, all‘ die Scheiß-Konflikte und Probleme, die mich täglich wütend machen und runterziehen, das ist doch alles unsere Schuld, weil wir nicht gottgefällig leben. Kann nicht jeder mal an seinem Platz ein bisschen die Kurve kriegen und seinen Lebensstil ändern?

Viele Grüße

Ihr Günther Jacob

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.