25.01.21 – Einen Sinn auch im Leiden finden

„Wie haben Sie das nur durchgestanden?“, so und so ähnlich wurde er immer wieder gefragt. Das Unfassbare brauchte eine Erklärung. Er hatte das Grauen, er hatte Ausschwitz überlebt.
Dass er einen Sinn selbst im Leiden gefunden hatte, das wird er antworten.

Einen Sinn zu haben, gibt den Menschen Kraft.
Viktor Frankl ist Begründer der Logotherapie (griech. Logos: Sprache, Sinn). In seinen Therapien, in den Interviews und durch seine Bücher fragt er: Was ist dein Sinn, was ist deine Aufgabe in dieser Zeit, hier und jetzt?
Mit dieser Frage fordert er uns auf, aktiv unsere Lebens- und auch die Leidenszeiten zu deuten und zu gestalten.

Aber welchen Sinn könnte die Coronazeit haben?

Für mich ist es eine Zeit, in der wir als Familie wieder sehr viel mehr aufeinander angewiesen sind.

Der Radius ist sozusagen klein geworden. Wir hocken alle aufeinander. Vielleicht liegt gerade darin der Sinn: Dieses auszuhalten und durchzustehen. Sich gegenseitig auszuhalten und sich darin tiefer und ehrlicher kennenzulernen. Und Formen des Miteinanders zu finden, die in dieser Zeit entstanden, aber über diese hinaus reichen.

Es grüßt Sie herzlich

Pfarrer Dr. Sebastian Ziera

 

PS: Die Suche nach Sinn steckt auch in unserem Losungswort für heute. Die Leidenszeit haben die Juden (auch) als Erziehungszeiten verstanden und ihnen so die Chance abgerungen, nach einem guten, einem sinnvollen Leben zu suchen.
Aber mit dir will ich nicht ein Ende machen. Ich will dich mit Maßen züchtigen, doch ungestraft kann ich dich nicht lassen. ( Jeremia 30,11)

One thought on “25.01.21 – Einen Sinn auch im Leiden finden

  1. Hallo Chris,

    vielen Dank für Ihren Kommentar. Sie waren der Erste, der das neue Gesprächsforum aktiv genutzt hat.
    Schön, dass auch Sie darin eine gute Möglichkeit sehen!

    “Auf Linie” muss hier niemand sein. Dann wäre das ja hier auch ziemlich “schmalspurig” 🙂
    Aber wissen Sie, dass Sie in gewisser Weise doch eben “in die Kirche gegangen” sind? Kirche ist ja nicht nur das Haus, sondern in erster Linie die Gemeinschaft, die es gebaut hat und in ihm zusammenkommt. Manchmal kommt sie aber auch außerhalb zusammen. Und das nicht nur, weil es schön ist, auch einmal einen Ausflug zu machen, sondern weil sie einen Auftrag hat, da zu sein, wo Menschen auf der Suche nach dem Sinn des Lebens sind. Und das kann gerade heute auch im Internet sein.

    Was Sie von dem “kleinen Schubs” sagen, gefällt mir sehr gut. Darüber lohnt es sich, weiter nachzudenken:
    Was kann das sein? Wer darf ihn geben? Und wo ist die Grenze, an der aus dem “kleinen Schubs” ein “Foul” wird?

    Herzliche Grüße
    Heinz

  2. Ich gehe zwar nicht in die Kirche, bin aber von einem Bekannten auf diese Worte hier hingewiesen worden. Vieles kann ich davon nachvollziehen. Es hilft nichts, immer nur zu jammern. Man muss das Gute suchen und auch darüber reden. Gut dass man jetzt hier auch seine Meinung sagen kann, auch wenn die vielleicht nicht immer auf Linie ist. Ob es immer irgendwo auch einen Sinn gibt, dass weiß ich nicht. Aber es ist auf jeden Fall besser, einen zu suchen oder das Beste draus zu machen, als alles sinnlos zu finden. Manchmal braucht man aber einen kleinen Schubs dazu und deshalb lese ich das hier immer ganz gerne.
    Beste Grüße und noch viel Erfolg mit der Sache
    Chris

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