20.08.2021 – Sommergesang

Es ist August. Sommer. Ferien- und Urlaubszeit! Vielleicht hatten Sie schon Gelegenheit zu einer Urlaubsreise oder Sie haben Ausflüge in die nähere Umgebung unternommen. Ich habe Urlaub an der Mecklenburgischen Seenplatte gemacht. Mit dem Rad sind wir von See zu See gefahren, über Wiesen und Felder, durch kleine Wäldchen. In diesen Urlaubstagen war mir das Paul-Gerhardt-Lied „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ ein ständiger Begleiter. Ich habe es vor mich hin gesungen. Oder die Melodie gesummt oder gepfiffen mit dem jeweiligen Text im Kopf – je nachdem, wie es mir die Natur um mich herum eingab.

Geh aus, mein Herz, und suche Freud, in dieser lieben Sommerzeit
an deines Gottes Gaben. Schau an der schönen Gärten Zier
und siehe wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben.

Unser Urlaubsquartier hatten wir in einem kleinen Dorf – mit Gärten, in denen die verschiedensten Blumen in allen nur möglichen Farben zu bestaunen waren.

Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub
mit einem grünen Kleide. Narzissus und die Tulipan,
die ziehen sich viel schöner an als Salomonis Seide.

Morgens wurden wir vom Vogelgezwitscher geweckt. Das begleitete uns durch den Tag bis zum Abend, dann konnten wir dem „Schlagen“ der Nachtigall lauschen.

Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Täublein fliegt aus seiner Kluft
und macht sich in die Wälder; die hochbegabte Nachtigall
ergötzt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Tal und Felder.

Besonders eindrücklich waren mir die Getreidefelder. Tatsächlich Getreide! Es stand schon gut und die Felder hatten sich mit Klatschmohn und Kornblumen geschmückt.

Der Weizen wächset mit Gewalt; darüber jauchzet jung und alt
und rühmt die große Güte des, der so überfließend labt
und mit so manchen Gut begabt das menschliche Gemüte.

Ja, dieser Urlaub war ein Labsal! Und er hätte gern länger dauern können. Dankbar für die Schönheit der Schöpfung, für „Gottes großes Tun“ habe ich diesen Urlaub erlebt – und gesungen:

Ich selber kann und mag nicht ruhn, des großen Gottes großes Tun
erweckt mir alle Sinne. Ich singe mit, wenn alles singt,
und lasse, was dem höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen.

Schlagen Sie das ursprünglich mit „Sommergesang“ betitelte Lied doch einmal im Gesangbuch auf (Nr. 503) und lassen Sie Ihr Herz ausgehen und Freude suchen an der Schöpfung. Das geht auch gedanklich – in Erinnerung an den Urlaub, einen Spaziergang im Park oder das Verweilen im Garten. Vielleicht singen Sie dann auch mit. Oder summen oder pfeifen die Melodie…

Pfr. Matthias Piontek

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