20.07.2021 – “Dient einander, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat.” (1. Petr. 4,10.)

Am Samstag fand in der Bethanienkirche der Kirchenvorstandstag statt. Der Kirchenvorsteher*innen warfen einen Blick auf die Aufgaben, die vor ihnen liegen. Dabei kam das Gespräch auch auf das Motiv unseres Leitbilds, den Satz „Dient einander, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat.”. Der Satz nimmt ein Grundmotiv des Evangeliums auf. Von der Krankenheilung bis zur Fußwaschung begegnet uns immer wieder, welch hohe Bedeutung Jesus und die ersten Christen dem Dienst am Mitmenschen beimaßen. Diese Aufforderung stammt aus dem ersten Petrusbrief und spielt auf die Zusammenarbeit in den frühen christlichen Gemeinden an. Unter „dienen“ ist hier nicht ein Streben nach Anerkennung oder Selbstdarstellung zu verstehen und nicht das Abzielen auf den eigenen Vorteil. Der Leitspruch geht über ein „wie du mir, so ich dir“ hinaus. Es geht um die gegenseitige Zuwendung, um eine selbstlose Tätigkeit.

Das Wort „Einander“ gibt das Ziel des Dienens vor. Der Dienst soll sinnvoll sein und die Gemeinschaft stärken. Kein Bedienen und Bedientwerden wie im Restaurant empfiehlt der Verfasser des Petrusbriefs, sondern die gegenseitige Unterstützung und wie der Hinweis auf die (verschiedenen) Gaben zeigt, die gegenseitige Ergänzung. Dabei hat jede Zeit ihre eigenen Herausforderungen. Als der Petrusbrief entstand, standen die Menschen, an die das Schreiben gerichtet war, unter starkem gesellschaftlichem Druck. Christen wurden verfolgt.

Gegenwärtig fordern uns die Auswirkungen der Klimaerwärmung und die Verwirklichung sozialer Gerechtigkeit heraus, wozu auch die Hilfe für Menschen in Not zählt. In einer der letzten Veranstaltungen der Reihe „Theologischer Montag“ fragten sich die Teilnehmer*innen, was alles die Gründe für den unglaublichen Zustrom waren, den die ersten Gemeinden trotz hohem Verfolgungsdruck erfuhren. Die selbstlose gegenseitige Hilfe, die Solidarität untereinander dürfte einer davon gewesen sein. Und auch heute kann uns dieser Satz freundliche Einladung sein, immer wieder neu.

Christian Marquering

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.