19.04.2021 – Jesus. der gute Hirte

Jesus Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben. (Joh.10, 11a.27-28a)

Diese Verse aus dem Johannesevangelium sollen uns als biblischer Spruch durch die Woche begleiten.

Es ist schon etwas dran an der Lehre des Psychologen C.G. Jung, an der Lehre von den Archetypen. Da geht es um das kollektive Unbewusste, um urtümliche Bilder in unseren Köpfen; um Vorstellungsmuster, die sich von Generation zu Generation vererben und so tief und sprechend sind, dass man einerseits sofort etwas damit anfangen, andererseits aber auch lange darüber nachdenken kann.

Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln…“, nicht zufällig gehört der Psalm 23 zu den bekanntesten Bibelstellen. Das Bild vom Hirten ist so eine Art Archetyp. Selbst wir Stadtmenschen von heute haben doch sofort ein Bild vor Augen – und auch ein Gefühl im Herzen – wenn wir das Wort „Hirte“ hören. Und das, obwohl wir einen echten Hirten und seine Herde vielleicht nur von Ausflügen aufs Land oder aus dem Urlaub kennen – oder aus dem Bilderbüchern unserer Kinder und Enkel. Doch ich denke, es ist nicht vorrangig ländliche Idylle, die uns bei dem Gedanken an den Hirten vor Augen tritt, sondern zuerst steht er bei uns doch für Schutz und Fürsorge und für Begleitung und Wegweisung.

Schutz und Fürsorge: Der gute Hirte stellt sich in Zeiten der Gefahr vor seine Herde. Er kennt jedes einzelne Tier und die Schafe kennen ihn. Er kümmert sich um seine Schafe, achtet auf sie und hält sie zusammen.

Begleitung und Wegweisung: Der gute Hirte führt die ihm anvertrauten Schafe zur grünen Aue und zu frischem Wasser. Er sucht ihnen Wege, die gangbar sind, und geht sie selber mit.

Ich bin der gute Hirte“ sagt Jesus. Ich bin wie ein Hirte für euch. Meine Worte können euch Orientierung sein, damit euer Leben gelingt. Mein Leben schützt euer Leben!

Damit sprengt Jesus das Bild vom irdischen Hirten, der letztlich ja seine Schafe aus geschäftlichen, wirtschaftlichen Gründen hütet und sie schließlich zur Schlachtbank führt. Anders bei Jesus: Er selbst erleidet das, was eigentlich „den Schafen“- uns Menschen – bestimmt war. Und wie er nicht im Tod geblieben ist, so soll auch uns keine Todesmacht mehr aus seiner Hand reißen. Das ist tröstlich zu wissen angesichts all der Unwägbarkeiten in unserem Leben. Mit Jesus, dem guten Hirten, an unserer Seite können wir getrost leben – auch und gerade in schwierigen Zeiten.

Pfarrer Matthias Piontek

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