18.07.2021 – „Sich kein Blatt vor den Mund nehmen“

Sich kein Blatt vor den Mund nehmen“, kennen Sie diese Redewendung? – „Frei weg von der Leber reden“, wäre ähnlich. Zu dieser Haltung könnte ich auch sagen: „Farbe bekennen!“.

Wann habe ich, wann haben Sie, das letzte Mal so gehandelt? Dass ich mich klar und deutlich zu meiner Überzeugung bekenne; in einer Gesprächsrunde, unter Freunden, im Kollegenkreis . Also aus dem, was mir am Herzen liegt, „keine Mördergrube mache“. Sondern mit meinem Glauben, meiner christlichen Einstellung nicht hinter dem Berg halte.

Der Pfarrer PAUL SCHNEIDER , der heute vor 82 Jahren starb, war so einer. Er duldete keine Zweigleisigkeit. Er prangerte den Nationalsozialismus unter Hitler als „Weltanschauungspolitik“an, die zum biblischen Christentum im Gegensatz stehe. So war es für ihn eindeutig, der Bekennenden Kirche anzugehören und die „Deutschen Christen“ abzulehnen, die ihre Nazi-Ideologie in die Kirchen trugen. – In Predigten im Gottesdienst, in Briefen an die Kreisleitung der NS-Partei, nahm er mutig Stellung.

Seine unbeugsame Haltung führte zu Verhaftungen und schließlich in das KZ Buchenwald. Er verweigerte zum Lagerappell den Hitlergruß und kam in die Arrestzelle, den „Bunker“, zur Einzelhaft.

Aber erließ sich nicht mundtot machen. Immer wieder rief er durch die Gitterstäbe Bibelworte und ermunterte Mitgefangene: „Haltet durch, seid stark, Brüder!“ Bis seine Stimme jedes Mal in brutalen Schlägen erstickt wurde. Für die Häftlinge galt er als der PREDIGER VON BUCHENWALD.

Durch eine Überdosis Strophanthin wurde sein Leben mit 42 Jahren am 18. Juli 1939 gewaltsam beendet.

Sein kompromissloses Bekennen kann uns zum Vorbild werden, dort mutig Stellung zu beziehen, wenn es in dieser oder jener Situation gefordert wäre.

Einen gesegneten Sonntag wünsche ich Ihnen!

Rolf-Dieter Hansmann

 

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