18.06.2021 – Ein Pfarrer als Tierschützer

Laut dem evangelischen Namenskalender ist der 18. Juni der Gedenktag für den 1864 an diesem Datum verstorbenen Albert Knapp. Der Stuttgarter Pfarrer wird dort wohl vor allem wegen seiner Kirchenlieder aufgeführt, war aber auch in anderer Hinsicht ein Pionier: 1837 gründete er den ersten Tierschutzverein auf deutschem Boden und rief dazu auf, weitere solcher Vereine zu gründen. Anlass soll der Bericht eines befreundeten Pfarrers über einen von Gewehrkugeln getöteten Storchs gegeben haben, der auf dem Kirchendach lebte und von dem Pfarrer häufig als Vorbild für lebenslange Treue in Predigten thematisiert wurde.

In der Kirche seiner Zeit hat Knapp mit seinem Engagement wenig positive Resonanz gefunden, doch politisch war es folgenreich: Bereits 1839 gab es in Württemberg das erste Tierschutzgesetz, das Tierquälerei unter Strafe stellte. Ähnliche Gesetze in anderen Ländern folgten bald darauf.

Heute besteht in kirchlichen Kreisen wohl kaum ein Zweifel daran, dass Tierschutz ein wichtiger Bestandteil der uns anempfohlenen Bewahrung der Schöpfung und Ausdruck eines angemessenen Umgangs mit unseren Mitgeschöpfen ist. Und der Handlungsdruck ist enorm: Statistisch gesehen werden auch heute wieder etwa 150 Tierarten aussterben.

Was können wir tun? Manchmal helfen schon die kleinen Schritte: Im Deutschlandfunk hörte ich gestern die Aufforderung, kleine Tränken für Vögel aufzustellen, die in der derzeitigen Sommerhitze vom Verdursten bedroht sind. Albert Knapp würde es sicher freuen, wenn Sie seinen Gedenktag durch das Aufstellen einer solchen Vogeltränke begehen!

Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende wünscht

Ihr Konstantin Enge

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