18.02.21 – Anfangen

Heute ist der Tag nach dem Fasching, der keinen Namen hat …

Aschermittwoch ist Schluss mit lustig. In Leipzig ist es ja mit dem Faschingstreiben auch in „Nicht-Corona-Zeiten“ nicht so doll.
Und ich selbst bin ein rechter Faschingsmuffel, habe es weder mit verordneter Fröhlichkeit noch mit verordnetem Trübsinn… Nun also Fastenzeit. Verordnetes Innehalten, In-sich-gehen, Maß halten, anders leben … Auch darin bin ich ein rechter „Muffel“ und kann mich zu keiner eigenen Aktion entschließen.

Für mich hat sich im Laufe der Jahre erwiesen, dass die Zeiten der Fröhlichkeit und die Zeiten der Trauer, des Sich-Zurücknehmens und des Aufbegehrens immer kamen, wann sie wollten, nie dann, wenn ich damit rechnete oder sie vielleicht sogar „dran“ gewesen wären. Alles hat seine Zeit … und wann diese Zeit ist, legen wir letztlich nicht fest.

Wichtig jedoch ist zweierlei, ob nun geplant oder unverhofft:
1. die Zeiten annehmen und füllen, mit dem was sie fordern: Tränen, Lachen, Mut, Zweifel, Geduld und immer … Glaube, Liebe, Hoffnung …. und
2. nie damit aufhören, neu anzufangen.

Jesus hat im Sterben einen Neuanfang gelebt. Das ist das Größte.
Vorher gibt es das Neuanfangen in unserem ganzen Leben in vielem kleinen und größeren Situationen.
Wir können das gerade in den kommenden Tagen in der Natur aufs Genaueste sehen.

Nach den Tagen des Frostes, des Schnees werden die Schneeglöckchen blühen, der Bärlauch seine grünen Blattspitzen durch das Laub des Vorjahres stecken, die Sonne wird nach und nach alles neue Leben wecken.
Es gibt keine bessere Parabel auf das Anfangen als den, noch im Winter beginnenden, durch nichts aufzuhaltenden Frühling.

Ich wünsche allen Fastenden die Kraft über den Anfang hinaus und allen Nicht-Fastenden die Kraft, im ungeplanten Fasten zu bestehen.

Claudia Krenzlin

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