17.08.2021 – Regenbögen

Wir erreichen am 14.08. mit dem Zug Krakau. Nachdem wir unser Gepäck in der Ferienwohnung abgestellt haben, wollen wir uns einen ersten Eindruck von der Stadt verschaffen, die wie vielleicht keine andere in Polen für die Nation und den polnischen Katholizismus steht. Direkt auf dem großen Marktplatz laufen wir in eine riesige Pride-Demo – ein nicht endender Zug junger Menschen mit Regenbogen- und Europafahnen, Musik und ansteckend toller Stimmung. Ja, mit so viel Ausgelassenheit, Lebensfreude und Regenbogenfahnen jeder Art und Größe hatten wir hier nicht gerechnet.

Der Regenbogen, eigentlich nur ein optisches Phänomen, lädt mit seiner faszinierenden Strahlkraft immer wieder dazu ein, ihn als Symbol zu verwenden. Zur Zeit des Irakkriegs schwenkten wir die Regenbogenfahne der internationalen Friedensbewegung mit dem italienischen „PACE“-Schriftzug. Diese Fahne hat übrigens sieben Farben. Das Symbol der LGBTQI-Bewegung besteht nur aus sechs. Alte mythologische Erzählungen in verschiedenen Weltgegenden deuten den Regenbogen metaphysisch. In der Bibel steht er vor allem für den Bund Gottes mit den Menschen. Im 1. Buch Mose 9, 12 und 13 heißt es über den Regenbogen (Lutherübersetzung): „Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich geschlossen habe zwischen mir und euch und allem lebendigen Getier bei euch auf ewig: Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.“ Was für ein schönes Bild. Die Zusage Gottes an das Leben wird symbolisiert durch einen nicht greifbaren Bogen aus allen sichtbaren Farben. Und diese Zusage gilt unabhängig davon, wofür der Regenbogen in Zukunft noch alles stehen wird.

Christian Marquering

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