15.05.2021 – Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des Herrn hoffen

Liebe Lesende,

die Losung für heute lautet „Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des Herrn hoffen“ (Klagelieder 3,26).

Ich muss zugeben, mich hat die Losung etwas frustriert. Nach einem Jahr der Pandemie schon wieder von „noch etwas Geduld“ zu hören, geduldig zu sein und auf die Hilfe des Herrn zu hoffen, so etwas frustriert mich immens. Ja es geht gerade voran mit dem Impfen, die Inzidenzen sinken und Lockerungen stehen in Aussicht. Alles Gründe vorsichtig hoffen zu dürfen. Aber noch ist die Pandemie nicht vorbei. Und so frustriert es mich eben, wenn ich davon höre, wie schön die Geduld ist und ich nur auf die Hilfe des Herrn hoffen muss.

Ich frage mich wer denn so eine tolle Idee, so einen wohlklingenden Spruch in Bibel gesetzt hat.

Nach dem lesen der Geschichte rund um die Losung, kommt mir diese Frage etwas unausgereift vor. Handelt es sich doch hier um eine große Katastrophe. Jerusalem verwüstet, der Tempel zerstört und Teile des Volkes in ein fremdes Land entführt, wo niemand weiß, ob sie überhaupt noch leben.

Ein furchtbares Bild, was aber im Angesicht seit Jahren anhaltender Kriege, Zerstörung und Verwüstung auf der ganzen Welt gar nicht so weit entfernt scheint. Mitten in dieses Chaos hinein kommen dann diese Worte: „Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des Herrn hoffen.“ Wow! Was für ein Gottvertrauen! Was für eine Stärke, in so einer Situation darauf zu vertrauen, das Gott kommt und hilft. Meine Frustration ist zu Bewunderung gewichen. Meine Gedanken über den Lockdown und Corona sind wie zur Seite gewischt.

Ich bewundere dieses Vertrauen auf Gott. Trotz dieser katastrophalen Situation ist es so stark. Vielleicht auch gerade deswegen. Ein wenig davon wünsche ich mir auch für mich.

Der Vers bekommt aber nun einen ganz neuen Anstrich für mich. Natürlich wird die Pandemie nicht vorbei gehen, wenn wir nur auf die Hilfe des Herrn hoffen. Geduldig zu sein, noch etwas auszuharren und dabei sicher sein zu können, dass Gott bei uns ist und Hilfe und Hoffnung gibt, dass macht doch alles etwas einfacher und erträglicher.

Amen

Tom Gelf

 

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