13.09.2021 – Ich bin zurück.

Ich bin zurück. Alles ist wie immer. Der Weg den ich von der Bushaltestelle zu meinem Elternhaus laufe, ist der gleiche. Da ist die ruhige Seitenstraße, die zum Spielplatz führt. Da ist die Hecke, deren weiche Triebe ich oft als Kind berührt habe. Da ist das Nachbargrundstück mit den zwei kleinen Hunden, die alle Vorbeigehenden so wütend ankläffen. Dann mein Elternhaus. Die Rosen sind längst verblüht und die Bäume haben das meiste Laub bereits abgeworfen. In meinem Kinderzimmer befindet sich nicht mehr viel seit meinem Auszug. Dort, wo der Boden nicht ausgeblichen ist, sieht man die Umrisse der Möbel die jahrelang hier ihren Platz hatten. Ich freue mich, hier zu sein. Ich freue mich, nach all den neuen Leuten, wieder bekannte Gesichter zu sehen. Die Gesichter meiner Familie. Doch irgendwas ist anders. Ich sitze in dem Raum, der mal mein Kinderzimmer war und sehe alles noch so vor mir, wie es jahrelang war. Und obwohl es schön ist da zu sein, fühle ich eine tiefe Traurigkeit.

Wie knüpft man an, an ein früheres Leben? Wie macht man weiter, wenn man tief im Herzen zu verstehen beginnt, dass man nicht mehr zurückkann? (aus J.R.R. Tolkien, „Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs“)

Inzwischen fühlt es sich nicht mehr so schwer an, in meine Heimatstadt zurückzukehren. Ich habe verstanden, dass das der Lauf der Dinge ist. Dass Veränderungen unvermeidbar sind, dass das Akzeptieren ihrer schmerzhaft sein kann und dass es Zeit braucht zu erkennen, dass es die Unwiderrufbarkeit der Momente ist, die unser Leben kostbar macht.

Veränderungen sind nicht schlimm. Sie zeigen, dass wir wachsen. Und ja, es kann erschrecken sein eigenes Wachstum zu sehen. Doch ist es letztendlich die natürlichste Sache der Welt.

Veränderung ist ein Teil der Natur und wir sind ein Teil von ihr.

Friederike Schönherr

 

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