10.08.2021 – Mehr als ein Gastgeschenk – eine Lebensweisheit

Es war Anfang der 90er Jahre, als Mitglieder unserer Bethanienkirchgemeinde mit einem Bus zur Partnergemeinde nach Hilversum fuhren. Die Fahrt war aufgrund der Dauer etwas beschwerlich, aber wir wurden sehr herzlich begrüßt und haben bei mehreren Ausflügen viel von dem für uns bis dahin fast unbekannten Land gesehen.

Übernachtet haben wir in Wohnungen der Hilversumer Gemeindeglieder, die erfreulicherweise zumindest so gut deutsch verstanden und sprachen, dass wir uns gut unterhalten konnten. In der Küche unserer Gastgeber hing eine bemalte Kachel, die unser Interesse weckte. Über den Inhalt, der aus meiner Sicht so viel Lebensweisheit enthält, kamen wir schnell ins Gespräch. Diese kurzen Sätze spiegeln so anschaulich wider, wie sich die Beziehung zwischen einem Kind und seinen Eltern – hier am Beispiel von Tochter und Mutter – entwickelt und blenden dabei auch schwierige Phasen nicht aus.

Dass uns am Ende des Besuches diese Kachel geschenkt wurde, hat uns sehr bewegt. Seitdem hängt sie in unserer Küche und erinnert uns einerseits an den schönen Besuch; andererseits blicken wir mit großer Dankbarkeit darauf, wie wir diese Phasen mit unserer Tochter, die übrigens seit fast 20 Jahren mit einem Hilversumer verheiratet ist, erleben durften.

Mutter

5 Jahre: Meine Mami kann alles.

10 Jahre: Mama weiß natürlich auch nicht alles.

15 Jahre: Davon versteht meine Mutter überhaupt nichts.

18 Jahre: Meine Mutter hat vielleicht altmodische Ideen.

25 Jahre: Ich müsste meine Mutter mal um Rat fragen?

35 Jahre: Wie hat denn meine Mutter das Problem gelöst?

50 Jahre: Meine Mutter? Die hat von allem was verstanden!

Martin Meigen (Foto: privat)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.