10.06.2021 – Kennen Sie sie (noch)?

Ich hab sie geliebt, die Kindergottesdienste, die in meiner Kindheit immer nach dem Hauptgottesdienst stattfanden. Auf dem Weg zur Kirche begegneten wir unseren Eltern, die auf dem Heimweg waren.

Ganz besonders freute ich mich jedes Mal auf das kleine Geschenk zum Abschluss. Wir konnten uns aus dem großen Angebot etwas aussuchen. Die Leporellos gefielen mir am besten, aber auch die Bilderbögen und einzelnen Bilder und Kärtchen.

Am 1. Advent gab es ein ganz besonderes Geschenk, den Christlichen Kinderkalender. Eigentlich war es nicht ein Kalender im eigentlichen Sinne, sondern ein Büchlein mit Geschichten, Gedichten, Bastelideen und vielem mehr. Ein Büchlein für das ganze kommende Kirchenjahr. Ich fand es immer spannend und hab es Seite für Seite durchgelesen.

Meine Sammlung konnte ich stetig vergrößern, da wir uns auch nach der Christenlehre, dem Kinderkreis und Veranstaltungen für Kinder solch ein Geschenk aussuchen durften.

Ob es diese Dinge immer noch gibt? Wenn ja, dann werden sie wohl anders aussehen, moderner. Und so kontinuierlich werden sie wohl auch nicht mehr verschenkt.

(Foto: privat)

Ich hab alles gehütet wie einen Schatz, bis zum heutigen Tag. Sie sehen es auf dem Foto, obwohl ich da nur eine kleine Auswahl getroffen habe. Nichts davon könnte ich wegwerfen. Meinen Stolz, den ich als Kind beim Vervollständigen der Sammlung verspürte, und meine Freude über jedes einzelne Teil spüre ich immer noch. Natürlich liegt alles jetzt in einer Kiste und diese hol ich nun nicht ständig hervor. Aber ich weiß wo sie steht und kann die Dinge verwenden.

An den Tauf-Gedenktagen meiner Kinder habe ich ihnen ein Leporello aus meiner Sammlung als Geschenk auf den Frühstückstisch gelegt. Mit meinen Enkelkindern will ich den Schatz nun nutzen um ab und zu ein Teil gemeinsam rauszusuchen und vielleicht die Geschichte, die darauf zu sehen ist, zu erzählen. Sicher werden dabei auch in mir wieder Erinnerungen wach.

Und ist das nicht auch wieder ein Schatz?

Baberina Müller

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