09.09.2021 – Gottes Mitarbeiter

Der Lehrtext für die heutige Losung steht im ersten Brief den Paulus an die Korinther und lautet: „Wir sind Gottes Mitarbeiter.“

Mein erster Gedanke dazu war „Wirklich jetzt?“ Jetzt fangen wir in der Kirche auch noch an mit dem Chef und den Mitarbeitern? Haben wir nicht im Alltag schon oft genug die Rolle des Mitarbeiters, der vom Chef gesagt bekommt, was er zu tun und zu lassen hat? Nun kommt Gott also auch noch und sieht uns als seine Angestellten. Wir alle arbeiten für den großen Chef da oben.

Irgendwie passt das ja mal so gar nicht zu meinen Vorstellungen von Gott. Wir sprechen doch sonst immer von einem liebenden Gott, der uns so aufnimmt wie wir sind. Ein Gott, bei dem wir uns auch mal fallen lassen dürfen und nicht immer nur schuften müssen.

Nach etwas längeren Nachdenken, musste ich an all die Mitarbeitenden in unseren Gemeinden denken, die ja schon irgendwie Mitarbeiter in Gottes Kirche sind. Von hauptamtlichen Pfarrern*innen, Kantoren*innen und Gemeindepädagoginnen, den Pfarramtsmitarbeitenden, den Hausmeistern, über die Kirchenvorstände, den Teamern, Kindergottesdienstgestaltenden, Kirchendiensttuenden, Blumendiensten und noch so vielen anderen mehr. An allen Ecken und Enden wuselt, werkelt, arbeitet es in der Gemeinde. Sie alle sorgen dafür, dass Gemeinde funktioniert. Das es Gruppen und Kreise gibt, wir beim Gottesdienst nicht im Dunkeln sitzen und und und.

Ob Paulus das gemeint hat mit seiner Aussage „Wir sind Gottes Mitarbeiter“? Ich glaube er hat zumindest nicht nur das gemeint. Ich denke es geht Paulus noch um etwas Größeres. Es geht ihm um uns alle. Denn wir alle sind Gottes Mitarbeiter!

Gott selbst wirkt auch durch uns Menschen. Und dann bedeutet Gottes Mitarbeiter sein ich helfe Gott. Ich helfe Gott seine Welt zu gestalten. Dabei gibt Gott uns nur die Richtung vor und steht uns zur Seite. Gestalten können wir ganz allein. Das ist unser Projekt. Das Beste daran ist, wir alle sind dabei gleich wichtig, denn jede*r hat etwas einzubringen. Ein jede*r mit der Gabe, die er oder sie empfangen hat.

Und deshalb können wir voller Stolz sagen: „Ich bin ein*e Mitarbeiter*in Gottes!“ Denn wir haben die Möglichkeit mit Gott gemeinsam an einer Welt zu arbeiten, in der wir uns alle zuhause und aufgehoben fühlen. Dabei ist Gott nicht der Chef, der die Aufgaben verteilt, sondern vielmehr ein Partner, der uns bei unseren Vorhaben hilft und unterstützt, wenn wir mal nicht mehr weiter wissen.

Ihr/Euer

Tom Gelf

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