08.05.2021 – Tag der Befreiung

Der 8. Mai ist ein Datum von welthistorischer Bedeutung: In vielen Ländern wird heute des Kriegsendes in Europa vor 76 Jahren gedacht. Die Deutschen haben sich nicht immer leicht getan in ihrem Umgang mit diesem Tag. In der DDR wurde er schon früh als Tag der Befreiung gefeiert, allzu oft aber auch missbraucht, um das sowjetische und das eigene Regime zu glorifizieren. In der Bundesrepublik galt der 8. Mai zunächst als Tag der Niederlage, bis sich langsam die Erkenntnis durchsetzte, dass die Niederlage Nazi-Deutschlands eine Befreiung war, die Erinnerung verdient.

Ein Meilenstein auf diesem Weg war die Rede des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker am 8. Mai 1985. Unter ausdrücklicher Würdigung der jüdischen Erinnerungskultur sagte er damals unter anderem: „Die Erinnerung ist die Erfahrung vom Wirken Gottes in der Geschichte. Sie ist die Quelle des Glaubens an die Erlösung. Diese Erfahrung schafft Hoffnung, sie schafft Glauben an Erlösung, an Wiedervereinigung des Getrennten, an Versöhnung. Wer sie vergißt, verliert den Glauben.“

In diesem Sinne sind auch wir gut beraten, die Erinnerung wach zu halten, an diejenigen, die damals wie der Psalmbeter aus der heutigen Tageslosung riefen „Mache dich auf, hilf uns und erlöse uns um deiner Güte willen!“ (Ps 44,28) und für die der 8. Mai ein Tag der Hoffnung und der Erlösung war und ist. Erinnern wir uns und schöpfen wir aus der Erinnerung Kraft, an den vielen die auch heute den Hilferuf des Psalmbeters auf den Lippen haben!

Herzliche Grüße

Ihr Konstantin Enge

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