04.08.2021 – Nähme ich Flügel der Morgenröte …

Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich leiten. Ps. 139, 9+10

In einigen Wochen ist wieder Konfirmation. Neben der Gästeliste, den Essensvorbereitungen und der Frage nach der Kleidung, ist es immer spannend, wenn es um die Wahl des Konfirmationsspruches geht. Ich weiß noch, dass ich mich sehr schwer damit tat. Schuld war vor allem meine Liste an Kriterien. Er sollte schön klingen, aber auch eine kraftvoll sein. Es sollte kein 0815-Spruch sein, er sollte nicht zu lang sein, aber auch nicht nur aus drei Wörtern bestehen. Außerdem wollte ich lebenslang einen Bezug zu ihm haben.
Dementsprechend mühsam war die Suche. Auch die Konfifahrt verlief, trotz Gruppenarbeiten, Bibelworkshops, etc., in diesem Punkt erfolglos. Dann, Wochen später, hatte ich das nun zerknickte Liedblatt jener Fahrt in den Händen. Ein Psalm war darauf abgedruckt und mir fiel wieder das Wort Morgenröte auf. Ein schönes Wort. Und dann noch davor: Flügel der Morgenröte. Wie sehen Flügel der Morgenröte aus? Keine Ahnung, aber es klang so schön… Ich kürze mal hier ab und verrate, dass dies letztendlich mein Konfispruch wurde.
Das ist über zehn Jahre her und ich blicke inzwischen auf verschiedene Situationen zurück, zu denen dieser Spruch einfach wunderbar passt: Umzug in eine andere Stadt, diverse Reisen und auch Momente, in denen man sich selbst fern ist… In diesem Sinne ein paar Worte an alle Konfirmandinnen und Konfirmanden: Falls ihr noch Zweifel an eurem Konfispruch habt, weil er nicht kraftvoll, persönlich oder so wirklich nach euch klingt, hört mal auf euer Bauchgefühl. Was ist es, das euch bei diesem Vers anspricht? Ihr müsst es keinem sagen, wenn es euch unangenehm ist. Ich habe damals auch irgendwas Tiefgründigeres als Begründung gegeben, als den Fakt, dass ich Flügel der Morgenröte einfach schön fand. Wichtig ist es, dass ihr etwas mit ihm anfangen könnt. Und dann lasst mal etwas Zeit vergehen und schaut in zehn Jahren nochmal auf eure Entscheidung. Holt der Vers euch immer noch ab? Fallen euch Situationen ein, in denen er sich bewahrheitet hat? Lest ihr ihn jetzt mit anderen Augen? Seid mal neugierig und dann hören wir uns in 10 Jahren wieder.

Friederike Schönherr

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