03.04.2021 – Karsamstag

Karsamstag, 03.04.2021

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?” Am Kreuz hat Jesus diesen Psalm gebetet. Worte, die schon so viele – bis heute – in Angst und Not gebetet, geschrien oder gestammelt haben, wenn sie sich allein fühlten, von allen verlassen – verlassen auch von Gott.

Doch aus dem Psalm 22 spricht auch Zuversicht. Zuversicht auf Rettung und Veränderung. Immerhin ruft der Beter noch nach Gott, immerhin hat er einen Adressaten für seine Klage. Und bei Gott ist er an der richtigen Adresse! Denn der Beter hat einen Anhaltspunkt – etwas, an dem er sich festhalten kann: die Erinnerung daran, dass Gott bisher noch immer geholfen hat. „Unsere Väter hofften auf dich; und da sie hofften, halfst Du ihnen heraus. Zu dir schrien sie und wurden errettet, sie hofften auf dich und wurden nicht zuschanden.“ heißt es im Psalm. Immer wieder führte der Weg hinaus ins Freie, immer wieder gab es neue Anfänge, neue Lebensmöglichkeiten.

Und Jesus? Hat Gott ihn wirklich verlassen? Es hat den Anschein. Jesus ist tot. Er ist ins Grab gelegt, das Grab versiegelt mit einem großen Stein. Alles ist aus. Die Hoffnung begraben.

So mag sich manch einer auch heute fühlen: ausgeliefert, der Möglichkeiten beraubt, vom Leben abgeschnitten – wie in einem Grab, aus dem es kein Entrinnen gibt; ein schwerer Stein versperrt den Ausgang, den Ausweg. Es herrscht Stillstand.

Auch bei den Jüngern herrschte Stillstand – damals am allerersten Karsamstag, dem Tag der Grabesruhe Jesu. Sie wussten nicht, wie es weitergehen sollte. Wir aber wissen: das Grab konnte Jesus nicht halten, der Stein wurde weggewälzt. Neue Hoffnung, neues Leben! Jesus Christus spricht: „Ich lebe und ihr sollt auch leben.“ (Joh. 14, 19) Neue Hoffnung, neues Leben also auch für uns!

Lebensfreude, OSTERFREUDE will sich Bahn brechen in uns – auch in diesem Jahr. So wünsche ich Ihnen ein hoffnungsfrohes Osterfest!

Pfarrer Matthias Piontek

 

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