01.07.2021 – Ich bin der Herr, dein Gott, . . .

von Ägyptenland her. Einen Gott neben mir kennst du nicht und keinen Heiland als allein mich.“ Hosea 13, 4, – Losungstext für den 1. Juli 2021

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Ich finde es immer wieder spannend, die uralten Glaubenszeugnisse aus einer sehr anderen, manchmal archaischen, in jedem Fall anders organisierten Welt zu hören, die unsere Bibel bereit hält. Wir können erfahren, wie die Menschen damals ihren Herausforderungen begegneten, mit ihrem Gott, der auch unser Gott ist, Lösungen fanden und die Ursachen von Missständen analysierten. Eine Anpassung der Texte an den Zeitgeist oder heutige Bedürfnisse gibt es nicht. Der biblische Kanon steht seit dem vierten Jahrhundert fest. Der heutige Losungstext findet sich im Prophetenbuch Hosea, dem ersten der sog. kleinen Propheten. Hoseas Thema ist die existenzielle Bedrohung seiner Heimat. Dabei sucht er die Ursachen nicht so sehr auf politischen, sondern vor allem auf religiösem Gebiet, also in der fehlenden Hinwendung zu den israelitischen Glaubensgrundlagen. Das beklagt er auf allegorische Weise mit ziemlich drastischen Worten und ruft schließlich zur Umkehr auf.

Und mittendrin greift er zurück auf einen noch älteren Text. Er argumentiert mit dem ersten der zehn Gebote – dem heutigen Losungstext. Dabei enthält dieser Satz nicht nur die Aufforderung, keinen anderen Gott anzuerkennen, sondern mit der Anspielung auf Ägypten auch gleich ein Argument für Hoseas Anliegen. Gott hat sein Volk schon einmal, nämlich aus den lebensbedrohlichen Umständen in Ägypten gerettet.

So fordert dieser alte Text mich heute auf zu fragen, wo ich selbst Prioritäten falsch setze und ermuntert uns, den Dialog mit Gott zu suchen.

Christian Marquering

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